Diese Kolumne zeigt, daß die Konvergenzkriterien von Maastricht politische Instrumente und keine wirtschaftlich lebenswichtigen Maßnahmen sind. Sie wurden 1998 ignoriert, um die Schaffung der Eurozone zu erleichtern, und jetzt werden sie streng angewandt, um ihre Erweiterung zu verlangsamen. Nach ihrer Eingereiste müssen die Mitgliedstaaten diese Kriterien weiterhin erfüllen, andernfalls sind sie mit Abmahnungen und dann mit Sanktionen einverstanden. Die Einhaltung dieser Kriterien wird für den Erfolg des Stabilitäts- und Wachstumspakts als notwendig erachtet, um das von Währungsräumen geförderte Phänomen “Freerider” zu vermeiden. Seltsam. Galten diese strengen Standards auch für die derzeitigen Mitglieder der Eurozone? Die Antwort ist ein eindeutiges Nein. Die Kriterien wurden massiv gelockert, als die derzeitigen Mitgliedstaaten 1998 ihre Aufnahmeprüfungen ablegten. Ohne diese Lockerung wäre mehr als der Hälfte der derzeitigen Mitgliedstaaten die Mitgliedschaft in der Eurozone verweigert worden. Die Beitrittsländer der WWU sind verpflichtet, die Konvergenzkriterien von Maastricht vor dem Beitritt zur WWU zu erfüllen. In diesem Papier wird ein DSGE-Modell einer kleinen offenen Wirtschaft mit zwei Sektoren verwendet, um die folgende Frage zu beantworten: Wie verändern die Konvergenzkriterien von Maastricht die optimale Geldpolitik in einer Wirtschaft, die mit inländischen und externen Schocks konfrontiert ist? Erstens leiten wir die mikrobegründete Verlustfunktion ab, die die objektive Funktion der optimalen Geldpolitik darstellt, die nicht darauf beschränkt ist, die Kriterien zu erfüllen. Wir stellen fest, dass die optimale Geldpolitik nicht nur auf die Inflationsraten in den inländischen Sektoren und die aggregierten Produktionsschwankungen, sondern auch auf die inländischen und internationalen Terms of Trade ausgerichtet werden sollte.

Zweitens zeigen wir, wie sich die Verlustfunktion ändert, wenn die Geldpolitik gezwungen ist, die Maastricht-Kriterien zu erfüllen. Die Verlustfunktion einer derart eingeschränkten Politik ist durch zusätzliche Elemente gekennzeichnet, die Schwankungen der VPI-Inflationsrate, des Nominalzinssatzes und des nominalen Wechselkurses um die neuen Ziele benachteiligen, die sich potenziell vom stabilen Zustand der uneingeschränkten optimalen Geldpolitik unterscheiden. Bei der gewählten Parametrierung verstößt die uneingeschränkte optimale Geldpolitik gegen zwei Kriterien: hinsichtlich der VPI-Inflationsrate und des Nominalzinssatzes. Die eingeschränkte optimale Politik führt dazu, dass die VPI-Inflationsrate und der Nominalzinssatz (in Jahresvergleich) 0,7 % niedriger sind als die VPI-Inflationsrate und der Nominalzinssatz in den Ländern, die als Referenz herangetragen werden. Die mit diesen Zwängen verbundenen Wohlfahrtskosten müssen mit Glaubwürdigkeitsgewinnen und anderen Vorteilen im Zusammenhang mit der Einhaltung der Maastricht-Kriterien, die nicht modelliert sind, in Einklang gebracht werden.

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